Vogelfütterung im Winter

 

Vögel füttern - Sinnvoll oder nicht?

Es wird viel darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, Vögel im Winter zu füttern. Die Gegner plädieren für die natürliche Auslese, das heißt, dass die nur die stärkeren überleben und sich fortpflanzen. Man muss sich also darüber im Klaren sein, dass die Winterfütterung der Vögel nicht den Naturschutz unterstützt, auch schon deshalb, weil hier eigentlich nur Vögel erreicht werden, die in unseren Gärten leben und deren Population nicht gefährdet ist, wie zum Beispiel die Meisen, Finken oder Amseln. Vögel auf der roten Liste sind oft zu scheu und kommen nicht an unser Futterhäuschen. Für sie wäre eine Rettung ihres Lebensraumes viel sinnvoller.
Trotzdem freut sich jeder, wenn sich draußen am Futterplatz viele Vögel tummeln und das bereitgestellte Futter dankbar annehmen.

Ab wann sollte man füttern?

Früher wurde oft empfohlen, schon im Oktober oder November mit der Vogelfütterung anzufangen, damit die Vögel die Futterstellen finden. Ich habe allerdings festgestellt, dass schon am selben Tag, an dem ich das Futterhäuschen aufgehängt habe, die Vögel davon gefressen haben. Es kommen ja sowieso nur die Vögel, die das ganze Jahr über in der Nähe leben, und die finden das Futter sehr schnell.
Solange die Erde noch schneefrei ist, finden die Vögel genügend Nahrung. Es sind auch noch viele Früchte an den Bäumen und Sträuchern. Gibt es allerdings Dauerfrost und eine dicke Schneedecke, dann kann man füttern, denn jetzt ist es für die Vögel schwierig, genug Nahrung für ihren Energiebedarf zu finden.

Futterhäuschen oder Futtersilo?

Grundsätzlich ist ein Futtersilo oder Futterspender dem herkömmlichen Futterhäuschen zu bevorzugen, denn das Futter ist in dem Behälter eingeschlossen und es fällt nur nach, wenn unten Futter weggefressen wird. Der Vorteil dabei ist, dass das Futter nicht so schnell feucht wird und verdirbt, und zudem eine Verschmutzung durch Kot vermieden wird.
In einem Futterhäuschen laufen die Vögel auf dem Futter herum und dadurch kommt es zu Verunreinigungen, auch durch Kot. Deshalb sollte man sie regelmäßig reinigen.
Ich selbst benutze beides. Einen Futterspender verwende ich nur für Körner, denn Weichfutter verstopft immer die kleinen Schlitze, dafür nehme ich dann ein Futterhäuschen.

Welches Futter?

Im Handel gibt es Körnerfutter für zum Beispiel Spatzen/Sperlinge, Meisen oder Finken und Weichfutter für Rotkehlchen, Amseln und Zaunkönige.
Ich kaufe nicht den Körner-Mix, da die Hälfte, etwa die Hanfsaat, nicht gefressen wird. Daher nehme ich nur Sonnenblumenkerne, mit Schale und geschält und mische sie mit Erdnüssen.
In das Weichfutter gebe ich noch zusätzlich Rosinen und Erdnüsse, auch geschälte Sonnenblumen. Besonders die Rosinen und Erdnüsse sind anscheinend sehr begehrt. Kleingeschnittenes Obst wird dagegen meist ignoriert. Deshalb lasse ich es jetzt weg.
Grundsätzlich sollte man nie Brot oder gesalzene Speisen füttern, also auch nur ungesalzene Erdnüsse verwenden, die es als spezielles Winterfutter gibt. Früher waren Rosinen (bei den Backwaren) noch geschwefelt, für Vögel gab es extra ungeschwefelte, aber mittlerweile werden auch die anderen nicht mehr geschwefelt, sind also bedenkenlos zu verwenden.
Besonders bei Weichfutter sollte man darauf achten, dass das Futter nicht feucht wird. Selbst wenn das Futterhäuschen ein Dach hat, kann es bei starkem Wind hinein regnen oder schneien. Dann kann das Futter schnell verderben. Stellen Sie es also an einem möglichst windgeschützen Platz auf. Aus demselben Grund sollten Sie nicht zu viel Futter hineingeben. Lieber öfter Futter nachlegen und das Futter eher frühmorgens als noch am Abend in das Häuschen legen.