Stecklinge von Balkon- und Kübelpflanzen schneiden

 

Es gibt eine ganz einfache und billige Möglichkeit, sich seinen Nachschub an Balkon- und Kübelpflanzen für das nächste Jahr zu sichern oder auch die Lieblingspflanze zu vermehren, nämlich durch Stecklingsvermehrung.

Als Steckling verwendet man in diesem Fall einen belaubten jungen etwa fingerlangen Trieb mit zwei bis vier Blattpaaren. Diesen steckt man einfach in die Erde und wartet bis er sich bewurzelt. Wenn dieses gelingt, kann daraus eine neue kräftige und gesunde Pflanze wachsen.

Der beste Zeitpunkt ist hierfür ungefähr die erste Hälfte des Augusts, denn dann ist noch genügend Zeit bis zum ersten Frost und damit zur Vegetationsruhe, so dass die frischen Pflanzen ausreichend neue Wurzelmasse gebildet haben.

Stecklinge von winterharten Pflanzen kann man nach vier bis sechs Wochen ins Freiland setzen. Besser wäre es aber, sie frostfrei zu überwintern ebenso natürlich wie die Stecklinge von nicht winterharten Pflanzen. Wer die Möglichkeit hat, überwintert im Gewächshaus. Ansonsten wäre die Fensterbank ein guter Platz zur Überwinterung der zarten Pflanzen.


Balkonpflanzen

Welche Pflanzen sind für die Stecklingsvermehrung geeignet?

  • Geranien (Pelargonium inquinans und Pelargonium peltatum)
  • Fuchsien (Fuchsia)
  • Oleander (Nerium oleander)
  • Engelstrompete (Brugmansia)
  • Buchsbaum (Buxus sempervirens)
  • Wandelröschen (Lantana camara)
  • Lavendel (Lavendula officinalis)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Thymian (Thymus vulgaris)
  • Begonien (Begonia)
  • Chrysanthemen (Chrysanthemum)


Optimale Wachstumsbedingungen:

Da es isch bei dieser Art der Vermehrung um die sogenannte vegetative Vermehrung handelt, entsteht im Gegensatz zur geschlechtlichen Vermehrung keine neue Pflanze, sondern eine genau identische von der Ursprungspflanze. Diese wird Mutterpflanze genannt.

Als Mutterpflanze wählt man eine besonders kräftige und gesund Pflanze aus, die schädlingsfrei sein sollte. Zum Zeitpunkt des Stecklingschneidens darf die Mutterpflanze weder blühen noch Früchte bilden, sondern sollte sich in ihrer vegetativen Wachstumsphase befinden. Nur dann sind die Stecklinge kräftig genug.

Zum Schneiden der Stecklinge keine Gartenschere verwenden, da diese die frischen Triebe quetscht und damit verletzt. Besser ist auf jeden Fall die Verwendung eines sauberen Gartenmessers, das zur Desinfektion kurz abgeflammt werden könnte, damit das Risiko der Keimbesiedelung schon von vorn herein so gering wie möglich gehalten werden kann.
Geschnitten wird unterhalb des Stengelknotens (Nodium) am Blattansatz, denn aus ihm wachsen die neuen Wurzeln heraus. Das richtige Substrat wäre schon fertige Anzuchterde aus dem Handel oder ein Gemisch aus Sand und durch erhitzen desinfizierter Gartenerde.

Für die optimale Stecklingsvermehrung benötigt man Temperaturen von ca. 18 bis 22°C. Zu viel Wärme begünstigt Fäulnisbildung und zu viel Kälte verhindert eine zügige Wurzelbildung. Diese läßt sich fördern durch kontinuierliche gute Bodenwärme beispielsweise indem man die Töpfchen auf Heizmatten stellt oder in ein Mini-Gewächshaus.

Licht und Luftfeuchtigkeit spielen neben der Temperatur ebenfalls eine große Rolle bei der Stecklingsvermehrung. Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, dann drohen schnell Austrocknung oder wenigstens Stress durch zu hohe Verdunstung. Ist die Bestrahlung zu stark oder zu wenig, wird der Steckling sich auch nicht gut entwickeln, weil all diese Faktoren die Bildung von neuen Wurzeln hemmen und damit die Versorgung und das Wachstum der Pflanze.
Zum Schluß noch ein wichtiger Punkt: Die Töpfe immer feucht, aber nie nass halten. Unbedingt Staunässe vermeiden, um die Pflanze vor Fäulnis und Pilbefall zu bewahren.