Das Geheimnis eines optimalen Bodens ist seine Wasserhalte- und Wasserleitfähigkeit.
Um zu verstehen wie diese beiden Eigenschaften entstehen oder auch unterstützt werden können, muß ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Bodens eingeschoben werden.
Was versteht man unter Boden?
Der Boden ist der oberste belebte Teil der Erdkruste. Er ist über einen Zeitraum von ca.10 000 Jahren unter Einflussnahme von Klima, Erosion, Vegetation, Bodenlebewesen und nicht zuletzt durch die Nutzung des Menschen in verschiedenster Form entstanden.
Wenn man tief genug gräbt, kann man sehr gut erkennen, dass der Boden aus einzelnen übereinandergelagerten Schichten unterschiedlichen Materials besteht. Grob unterteilt findet man eine oberste Schicht, die meistens viel organisches Material (Humus) enthält und Oberboden genannt wird. Darunter befindet sich der sogenannte Unterboden, der eine Art Übergangsschicht darstellt zwischen Oberboden und Ausgangsgestein. Dieses bildet die dritte Schicht.
Zurück zum Thema Bewässerung. Hierfür ist vorrangig der Oberboden interessant. Dieser besteht aus einem Gefüge von anorganischen Mineralien und organischem Humus durchsetzt mit vielen Hohlräumen, in denen sich Wasser oder Luft befindet. Die Beschaffenheit genau dieser Hohlräume ist entscheidend wichtig für Wasserhalte- und Wasserleitfähigkeit. Das Mischungsverhältnis von Sand-, Lehm- und Tonpartikeln im Oberboden bestimmt darüber, ob es sich um leichte oder schwere Böden handelt:
- Sandboden:Hat auf Grund der großen und vielen Hohlräume eine sehr gute Wasserleitfähigkeit. Das Wasser wird sofort aufgenommen, aber auch direkt weitergeleitet. Es versickert schlicht und ergreifend, da keine Partikel im Boden vorhanden sind, die das Wasser speichern könnten. Dementsprechend können auch Nährstoffe kaum gehalten werden. Diese Art von Boden benötigt sehr viel Wasser, wenn Pflanzen in ihm gedeihen sollen.
- humoser Sandboden: Zählt zu den besten Kulturböden, denn er verfügt über gute Durchlüftung und Wasserhaltefähigkeit und damit auch eine gute Nährstoffspeicherung. Diese Bodenart erwärmt sich sehr leicht und kann die gespeicherte Wärme dann auch lange halten.Die Bearbeitung fällt leicht. Von Nachteil kann bei längerer Trockenheit das schnelle Abtrocknen der Oberfläche und allgemein die Gefahr der Aushagerung werden.
- lehmiger Sandboden: Ist für fast alle Kulturpflanzen geeignet.Er schneidet jedoch in allen wichtigen Eigenschaften etwas schlechter ab wie der humose Sandboden. Besonders fällt dabei das langsamere Erwärmen des Bodens und die schlechtere Wasserhaltefähigkeit auf. Dafür kommen die eingesetzten Dünger besser zum Einsatz, da sie besser verarbeitet und gespeichert werden können.
- Lehmboden: Auf Grund der kleineren Hohlräume hat der Lehmboden grundsätzlich eine bessere Wasserhaltefähigkeit wie der Sandboden. Dafür erwärmt ersich im Frühjahr viel langsamer und ist eben auch schlechter durchlüftet. Es handelt sich bei dieser Bodenart grundsätzlich um einen schwereren Boden, der dadurch schwieriger in der Bearbeitung ist,vor allem um eine ausreichende Durchlüftung zu erreichen. Fügt man ihm genügend Humus zu, dann kann er zu einem ausgezeichneten Kulturboden werden.
- sandiger Lehmboden: Für diese Bodenart gelten die gleichen Eigenschaften wie für den Lehmboden. Durch den höheren Sandanteil ist die Belüftung jedoch deutlich besser.
- Moorboden: Ist aus organischen Ablagerungen entstanden. Er hat eine extreme Wasserhaltefähigkeit und sugt sich durch die vielen kleinen Hohlräume voll wie ein Schwamm. Dadurch ist er jedoch äußerst schlecht durchlüftet und zudem sauer und kalt. Im Original ist er deswegen nur für Moorbeet- und Heidepflanzen geeignet.
Leider ist es nicht möglich, sich auszusuchen, welchen Boden man in seinem eigenen Garten vorfindet. Es gibt aber eigentlich immer Möglichkeiten, den vorliegenden Boden durch Arbeitskraft und gezielte Anreicherung mit Zusetzen zu verbessern und über die Jahre zu optimieren. Ein Prozess, der langwierig sein kann, im wahrsten Sinne des Wortes aber Früchte tragen wird.




