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Ernten nach dem Mond

Wenn man sich bei der Gartenarbeit nach dem Mond richten möchte, dann gibt es auch beim Ernten grob zwei Phasen. Während des aufsteigenden Mondes steigen auch die Pflanzensäfte in der Pflanze und dadurch werden die oberirdischen Pflanzenteile wie Blätter, Stengel, Blüten und Früchte besonders gut mit Energie versorgt. Deswegen ist diese Zeit allgemein besonders gut geeignet für das Ernten der oberirdischen Pflanzenteile wie Schnittblumen, Kräuter, Obst und oberirdisches Gemüse (Salat, Bohnen, Zucchini und vieles mehr).

Während des absteigenden Mondes passiert genau das Gegenteil. Die Pflanzensäfte ziehen sich in die unterirdischen Pflanzenteile zurück und versorgen dadurch besonders gut Wurzeln und Knollen, also Erntezeit für Kartoffeln, Sellerie, Rote Beete, Pastinaken und jegliches Wurzelgemüse.

Mit aufsteigend bezeihungsweise absteigend ist nicht zunehmender und abnehmender Mond gemeint. Ersteres beschreibt seine Umlaufbahn, die mal näher und mal entfernter von der Erde verläuft, so dass es Nächte gibt, in denen der Mond näher erscheint, dafür aber kürzer zu sehen ist und andersherum. Wer noch nicht so häufig auf den Mond geachtet hat und Neuling auf dem Gebiet ist, kann an den Himmelsrichtungen erkennen, in welcher Phase der Mond sich gerade befindet:

  • Während der Tiefststellung geht der Mond im Südosten auf und im Südwesten wieder unter. Wenn er am tiefsten Punkt steht, so ist das direkt vor dem Sternbild des Schützen.
  • In der Phase des Aufsteigens wandert der Ort des Mondaufgangs immer weiter nach Nordosten vor und der des Untergangs nach Nordwesten. Zum Zeitpunkt des Höchststandes steht er vor dem Sternbild des Zwillings. Beim Abstieg wandert der Mond dann wieder in umgekehrte Richtung zurück.
  • Auf und Abstieg dauern jeweils vierzehn Tage.


Letzteres beschreibt die Lichtphasen des Mondes bekannt als Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond. Diese sind unabhängig von der Umlaufbahn, weswegen es ab- und ansteigenden Mond zu allen vier Mondphasen geben kann.

Da sich unsere Vorfahren jedoch nicht nur nach dem Stand des Mondes sondern auch nach dem Sonnenstand richteten, hier noch einen kleinen Exkurs dazu:

Die Sonnenregel besagt, dass Erde und Pflanzen zusammen im täglichen von der Sonne vorgegebenen Rhythmus atmen. Das sogenannte "Ausatmen" findet von Sonnenaufgang bis zum Höchststand der Sonne gegen mittag statt. In dieser Zeit steigen Pflanzensäfte wieder in die oberirdischen Pflanzenteile und damit ist dies wiederum die beste Tageszeit zum Ernten von Blättern, Früchten und Blüten.
Wie nicht anders zu erwarten, startet das "Einatmen" mit dem Höchststand der Sonne und endet bei Sonnenuntergang. In dieser Zeit fließen die Pflanzensäfte überwiegend in die unterirdischen Pflanzenbestandteile und damit ist der Nachmittag die beste Zeit für das Ernten von Kartoffeln & Co.
Leider hat die Sache wie so oft einen Haken. Sonnen- und Mondregel kollidieren von Zeit zu Zeit. Um es so unkompliziert wie möglich zu handhaben , kann man sich an folgendes halten:




  • Bei zunehmenden Mond gilt nur die Vormittagsregel nach der Sonne, denn ausgeatmet wird nur in dieser Zeit.
  • Bei abnehmenden Mond hingegen gilt nur die Nachmittagsregel nach der Sonne, denn nur zu dieser Mondphase kann eingeatmet werden.

Wer tiefer in das Thema Gärtnern nach dem Mond einsteigen möchte, dem sind die Werke der Maria Thun wärmstens ans Herz gelegt, da sie vierzig Jahre lang in dem Bereich beobachtet,forscht und weiterentwickelt.