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Wann und wie werden Rosen richtig geschnitten

Warum werden Rosen geschnitten?

Das Schneiden als Pflegemaßnahme dient dazu, die Rosen kräftig, schön und gesund zu erhalten. Würde man sie nicht schneiden, dann würden die Zweige immer länger, dünner und im unteren Teil kahler. Dadurch wird die Pflanze zwar optisch größer, aber auch schwächer und weniger kräftig, so dass die Pflanze weniger Blüten hervorbringen und anfälliger für Schädlinge sein wird.
Außerdem wirkt eine Rose auch gleich viel attraktiver, wenn nicht noch vertrocknete Zweige, Blätter, Blüten oder auch Hagebutten zu sehen sind.

Dies gilt für fast alle Rosen gleichermaßen.





Welche Utensilien werden zum Rosenschneiden benötigt?

Für das Schneiden von Rosen wird nicht viel benötigt. Zum einen brauchen Sie eine wirklich hochwertige scharfe Garten- oder Rosenschere, die glatte Schnitte ausführt ohne zu reißen oder zu quetschen. Jede Verletzung der Pflanze bedeutet eine zusätzliche Eintrittspforte für Schädlinge und schwächt dadurch die Pflanze.
Dazu fehlen nun noch die richtigen Handschuhe, die speziell für die Arbeit an dornentragenden Pflanzen gemacht wurden. Rosendornen können nicht selten schwere entzündliche Verletzungen hervorrufen, die einen lange beschäftigen. Diese Gefahr sollten Sie nicht unterschätzen.


Frühjahrsschnitt

Rosen bekommen ihren Hauptschnitt im Frühjahr, wenn kein längerfristiger Frost mehr zu erwarten ist und die Pflanze noch nicht im starken Austrieb steht. Alte vergreiste Triebe und "Querschläger" können tief abgeschnitten werden, während an den jungen Trieben nur durch den Frost im Winter abgestorbene Spitzen weggeschnitten und dann alle übrig gebliebenen Triebe auf drei bis fünf Augen zurück geschnitten werden.
Je radikaler der Rückschnitt ist, desto üppiger und kräftiger wächst und blüht die Rose im Sommer.
Diese Maßnahme wird an fast allen Rosen durchgeführt bis auf Kletterrosen, Rambler und einmalig blühenden Rosen, da diese nicht wie alle anderen am neuen Trieb blühen, sondern am letztjährigen. Ein radikaler Schnitt könnte also in dem Fall die Blütenmenge negativ beeinflussen. Diese Rosen eher direkt nach der Blüte schneiden.

Wie und wo wird geschnitten?

Beim Frühjahrsschnitt geht es darum die alten Triebe zu entfernen, die nur noch wenige Blüten hervorbringen würden und die Rose auszulichten und in Form zu bringen. Schließlich ist die Königin der Blumen eindeutig eine Zierpflanze, die besonders prächtig blühen soll und die man nicht einfach wachsen läßt wie sie will, sondern die alleine schon in ihrer Wuchsform schön auszusehen hat.

Um der Rose den richtigen Schliff zu geben, gehen Sie beim Schneiden wie folgt vor:

  1. Grundsätzlich gilt beim Einkürzen von Trieben, dass sie auf 3 bis 5 Augen zurückgeschnitten werden. Man sucht sich ein kräftiges nach aussen stehendes Auge aus und schneidet ca. 0,5cm darüber mit schräger Schnittführung (höchster Punkt des Schnittes liegt direkt über dem Auge).
    Mit dem Schneiden auf nach aussen stehende Augen möchte man erreichen, dass die Pflanze nach aussen und nicht in die Mitte wächst, wo sich die Triebe gegenseitig das Licht nehmen würden und auch die Durchlüftung verschlechtert würde, was wiederum den Pilzbefall fördert.

  2. Als erstes schneidet man die Triebe, die zur Pflanzenmitte hin wachsen oder die sich mit anderen Trieben überkreuzen ganz heraus. Die Triebe, die ganz entfernt werden sollen, können direkt an der Ansatzstelle geschnitten werden, so dass möglichst kein Strunk stehen bleibt. Ansonsten gilt die Augen-Regel.

  3. Als nächstes die dünnen, schwachen Triebe, die die Pflanze vielleicht noch schnell im Herbst gebildet hat, und das Totholz herausschneiden. Solche Triebe werden auch im Folgejahr nicht wesentlich kräftiger und tragen nur wenige Blüten. Diese ebenfalls ganz herausschneiden wie zuvor schon beschrieben. Bei der Gelegenheit ebenfalls alle alten, verwelkten Blätter und restliche Hagebutten entfernen, da diese nur eventuell wieder Überträger von Krankheiten sind und so und so nicht mehr schön aussehen.

  4. Möglicherweise sind nun nur noch 3 bis 5 kräftige Triebe übrig, die zu guter Letzt auch noch auf das außenstehende Auge reduziert gehören. Fertig ist der Frühjahrsschnitt.


Sommerschnitt

Der Sommerschnitt ist ein Ausputzschnitt. Man schneidet alle verwelkten Blüten weg, um den Austrieb von neuen zu fördern. Dabei wird nicht nur der Blütenansatz abgeschnitten, sondern man schneidet den Trieb ca. 0,5cm oberhalb des nächsten 5-fiedrigen Blattes schräg ab. Das schräge Schneiden begünstigt grundsätzlich das bessere Abfließen des Regen- oder Gießwassers und ist eine vorbeugende Maßnahme gegen Schimmel- und Pilzbefall.
Sollte es sich um dünne, schwache Triebe handeln, dann können diese auch gleich ganz am Triebansatz entfernt werden . Als grundsätzliche Faustregel gilt: Schwache Triebe stark zurückschneiden, starke Triebe dagegen nur schwach schneiden, da der Schnitt die Rose anregt, neue kräftige Triebe zu bilden, die dann wieder üppig blühen werden.
Zur Perfektion gelangt das ganze, wenn tatsächlich auch wieder über einem nach außen stehendem Blatt geschnitten würde, um wiederum das Wachstum der Pflanze nach außen und nicht zur Mitte hin zu lenken.

Für einmalig blühende Rosen z.B. Wildrosen und einmalblühende Rambler wie auch für Wildrosenhecken gilt dieses Ausputzen im Sommer nicht, da man sie auch wegen ihrer rotleuchtenden Hagebutten im Herbst und Winter schätzt.


Kletterrosen schneiden

Eigentlich gelten für Kletterrosen gleiche regeln wie zuvor beschrieben. Es gilt nur in den ersten Jahren nach der Pflanzung eine Besonderheit zu beachten: Kletterrosen bilden die meisten blühenden Neutriebe an den waagerecht wachsenden Trieben. Deswegen muß man sich zu Beginn seine Rose in die richtige Form erziehen. Dazu werden kräftige Langtriebe in die waagerechte geleihtet und dort fixiert. Diese Triebe wachsen dann zwar langsamer, bilden jedoch viele Seitentriebe, die jeweils wie gewöhnt beschnitten werden. Beim radikalen Rückschnitt lichtet man die Rose bodennah auf wenige kräftige Triebe aus und an den waagerechten Trieben die Seitentriebe ebenfalls, um Luft und Licht durchzulassen.